Janes familienhotel ios

Die Worte der Schulleiterin meiner Tochter Jane hallen   mir in den Ohren. Sie werden leiser. Das Pfeifen in meinen Ohren wird dagegen lauter. Es ist schließlich wie eine Explosion in meinem Kopf und breitet sich über den ganzen Körper aus. Es tut weh. Aber es dauert eine Weile, bis die Worte in das Bewusstsein vordringen. Die Schulleiterin versucht mir schonend beizubringen, dass Jane nicht angerufen werden will. Dass sie zuerst in der Notaufnahme behandelt wurde, weil sie sich selbst schwer verletzt hatte … und das sie jetzt von Psychologen behandelt wird,…   dass sie sich selbst melden wird, wenn sie mit uns reden möchte.

Grauenvolle Tage der Ungewissheit folgten. Ich erlebte sie wie in Trance. Stoisch verrichtete ich das Alltägliche. Nur das Notwendigste. Mit niemandem, außer meinem Mann, redete ich darüber. Irgendwann sind die Tränen alle. Manchmal haben wir uns einfach nur festgehalten. Wir saßen im dunklen Wohnzimmer, weil wir das Licht nicht ertragen konnten und das einzige was uns beiden über die Lippen kam war immer nur „WARUM unsere Tochter?“

Jane war ein lebhaftes, ausgesprochen freundliches Kind. Schwierigkeiten gab es mit ihr selten. Keine pubertären Kämpfe. Sie war manchmal unsicher, manchmal verschlossen. Dann wieder witzig und sprühend vor Lebensfreude. Sie hatte Träume, Freundinnen, liebte Musik. Wenn sie unter der Dusche oder in ihrem Zimmer sang, hallte es durch das ganze Haus. Sie war etwas übergewichtig, weshalb ich sie, auch aus meinen eigenen unangenehmen Erfahrungen heraus, gerne mit Ratschlägen und Ermahnungen nach dem Gießkannenprinzip zu beeinflussen versuchte. Ich meinte es gut.





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